Business Impact Analyse (BIA) nach ISO 22317

Business Impact Analyse (BIA) nach ISO 22317: Best Practices für Unternehmen

Die Business Impact Analyse (BIA) ist ein zentrales Element des Business Continuity Managements (BCM) und dient dazu, kritische Geschäftsprozesse zu identifizieren, potenzielle Auswirkungen von Unterbrechungen zu bewerten und Maßnahmen zur Risikominderung zu entwickeln.

Die ISO 22317 ist der internationale Standard für die Durchführung einer BIA und bietet eine strukturierte Methode, um kritische Geschäftsprozesse und Ressourcen zu identifizieren, mögliche Schäden bei Ausfällen zu bewerten, Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) festzulegen, Strategien für die Wiederherstellung nach einer Krise zu entwickeln.

Eine effektive BIA nach ISO 22317 stellt sicher, dass Unternehmen auf Notfälle vorbereitet sind, Risiken minimieren und gesetzliche Anforderungen wie ISO 22301, NIS2, DSGVO, DORA, erfüllen.

Die 5 wichtigsten Schritte einer Business Impact Analyse nach ISO 22317

1. Identifikation kritischer Geschäftsprozesse und Ressourcen

Ziel: Welche Prozesse sind für das Unternehmen essenziell?

Schritte:

  • Ermittlung aller Geschäftsprozesse und deren Abhängigkeiten (IT, Personal, Lieferanten, Infrastruktur)
  • Kategorisierung nach Kritikalität: Welche Prozesse sind unverzichtbar?
  • Festlegung der maximal tolerierbaren Ausfallzeit (Maximum Tolerable Period of Disruption – MTPD)

Ergebnis: Unternehmen haben eine klare Priorisierung ihrer wichtigsten Prozesse und Ressourcen.

2. Bewertung der Auswirkungen von Betriebsunterbrechungen

Ziel: Welche Schäden entstehen durch den Ausfall eines Geschäftsprozesses?

Schritte:

  • Finanzielle Auswirkungen analysieren: Umsatzverluste, Vertragsstrafen, Mehrkosten
  • Operative Risiken bewerten: Produktionsausfälle, Lieferengpässe, IT-Störungen
  • Reputations- und Compliance-Risiken prüfen: Datenschutzverstösse, Kundenvertrauen

Ergebnis: Unternehmen wissen genau, welche Risiken am schwersten wiegen und priorisiert behandelt werden müssen.

3. Definition von Wiederherstellungszeiten (RTO und RPO)

Ziel: Wie schnell müssen Prozesse wiederhergestellt werden, um Schäden zu minimieren?

Schritte:

  • RTO (Recovery Time Objective) festlegen: Wie lange darf ein Prozess maximal ausfallen?
  • RPO (Recovery Point Objective) bestimmen: Wie viele Datenverluste sind akzeptabel?
  • Recovery-Ziele mit den betroffenen Abteilungen abstimmen und dokumentieren

Ergebnis: Klare Vorgaben für IT, Management und Krisenteams, wie schnell Prozesse wiederhergestellt werden müssen.

4. Entwicklung von Notfallmassnahmen und Business Continuity Strategien

Ziel: Wie können Unternehmen in Krisensituationen den Betrieb aufrechterhalten?

Schritte:

  • Notfallpläne für verschiedene Krisenszenarien entwickeln
  • Alternative IT-Systeme und Backup-Lösungen implementieren
  • Redundante Lieferketten und Notfall-Ressourcen identifizieren
  • Regelmässige Überprüfung und Optimierung der Notfallmassnahmen

Ergebnis: Unternehmen haben klare, dokumentierte Massnahmen, um kritische Prozesse im Ernstfall schnell wiederherzustellen.

5. Kontinuierliche Optimierung und Tests der BIA

Ziel: Die Business Impact Analyse stets aktuell und einsatzbereit halten.

Schritte:

  • Regelmässige Tests und Simulationen von Krisenszenarien
  • Mitarbeiter-Schulungen für Notfallreaktionen
  • Jährliche Überprüfung und Anpassung der BIA an neue Risiken und Technologien

Ergebnis: Eine widerstandsfähige Organisation, die auf zukünftige Krisen vorbereitet ist.

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